Nationalparktäler im Winterschlaf

Wenn die Natur ihren Atem anhält

Im Sommer sind sie Sehnsuchtsorte für Wanderer, E-Biker, Bergsteiger und Familien: die Nationalparktäler der Hohen Tauern. Saftige Almböden mit grasenden Pferden und Kühen, sprudelnde Bäche und weite Ausblicke auf mächtige Dreitausender machen sie zu beliebten Zielen. 
Doch sobald der Winter Einzug hält, fällt der Vorhang dieser wundervollen Bühne und hinter den Kulissen wird es ruhig. Meterhoher Schnee macht Wege unzugänglich, weiße Hänge legen sich wie eine Decke über Steige und Übergänge. Was eben noch Rastplatz und Aussichtspunkt war, ist nun tief verschneit und unberührt. Die Täler wechseln in eine Phase der Ruhe und Abgeschiedenheit. 
„Man kann sich das wie einen Reset-Knopf für die Natur vorstellen“, erklärt Ekki Heider, Ranger im Nationalpark Hohe Tauern. „Für einige Monate gehören die Täler ganz den Tieren. Diese Stille ist überlebenswichtig.“ Während in der Wildkogel-Arena Skifahrer ihre Schwünge ziehen und Rodler lachend talwärts sausen, kehrt nur wenige Kilometer entfernt in den tief verschneiten Nationalparktälern Ruhe ein. Dort übernimmt die Natur das Zepter, während Tiere und Landschaft in einen langsamen Rhythmus zurückfinden.
 

Standby-Modus der Natur

Nicht alle Tiere verschwinden jedoch im Winterschlaf wie die Murmeltiere, die schon ab Anfang Oktober im Bau verschwinden. Amphibien oder Reptilien etwa verbringen die kalte Jahreszeit in tiefer Starre. Andere Arten wie der Dachs halten Winterruhe: Sie ziehen sich zurück, verschlafen den Großteil der Kälteperioden, wachen aber gelegentlich auf. Wieder andere, wie Hirsche, Rehe oder Gämsen, bleiben aktiv – allerdings im Standby-Modus. Ihr Stoffwechsel fährt drastisch herunter, jede Bewegung wird abgewogen. „Flucht verbraucht im Winter viel Energie. Dieser Energieverlust in der winterlichen Kälte kann das Leben kosten“, erzählt Ekki Heider. „Deshalb sind ausgewiesene Wildruhezonen so entscheidend. Wer hier Rücksicht nimmt, sichert den Tieren ihre Überlebenschance.“

Ein weißes Alpenschneehuhn steht zwischen schneebedeckten Felsen im Hochgebirge, perfekt getarnt im Winterkleid, mit grauen, moosbewachsenen Steinen und blauem Himmel im Hintergrund.

Profiteure der Lawinen

Doch der Winter ist nicht nur Notzeit, sondern auch Quelle. Für Steinadler oder Bartgeier bedeutet jede Lawine potenzielles Futter: Eine Gams, die in den Schneemassen verunglückt, wird zur wertvollen Mahlzeit und sichert den Greifvögeln Energie für Wochen. Auch Auer- und Birkhühner sind typische Winterbewohner – perfekt angepasst mit Federfüßen, die sie wie Schneeteller tragen. Das Schneehuhn wiederum schützt sich vor Kälte und Schneestürmen, indem es sich in die Schneedecke einscharrt oder einfach einschneien lässt. In solchen kleinen „Biwakhöhlen“ findet es Schutz vor Wind und spart wertvolle Energie – ein faszinierendes Beispiel für Überlebensstrategien im Hochgebirge. Die Täler im Nationalpark verwandeln sich so in stille Rückzugsräume, in denen sich die Tierwelt auf ihre uralten Strategien besinnt.

  • Verschneiter Bergsee in den Alpen mit spiegelglatter Wasseroberfläche, umgeben von schneebedeckten Bergen, dunklem Nadelwald und tiefhängenden Wolken an einem ruhigen Wintertag.
  • Gefrorene Eiszapfen beim Wasserfall mit verschneiten Bäumen und Bergen im Hintergrund
  • Sonnenbeschienener Waldrand im Winter: ein schlanker Baum steht auf einem moosbewachsenen Felsen, daneben Schnee auf dem Boden, im Hintergrund lichte Bäume und eine ruhige, alpine Waldlandschaft.

    Nationalpark Sondertouren

    Wer dennoch einen Blick in diese faszinierende Welt werfen möchte, kann das auf schonende Weise tun: bei geführten Schneeschuhwanderungen, einen Besuch der Schaufütterung oder Skitouren der Nationalparkverwaltung Salzburg. Hier öffnet sich ein Fenster in die Winterwildnis – ohne die Ruhe zu stören. So bleibt der Winterschlaf in den Tälern, was er sein soll: ein Geschenk an die Natur – und eine stille Einladung, ihre Schönheit mit Respekt zu betrachten.

    Besonders familienfreundlich ist die Schaufütterung im Habachtal. Begleitet von einem Berufsjäger erfahren die Teilnehmer in der gut versteckten Nationalparkhütte Spannendes über das Rotwild und die Fütterung. Von den Panoramafenstern aus lässt sich das Rotwild bestens beobachten. Diese Tour ist für Kinder ab sechs Jahren geeignet und wird mehrmals wöchentlich angeboten.

    Die Überschreitung der Habachscharte ist eine eindrucksvolle, aber auch sehr schwere Skitour im Nationalpark. Sie führt in rund zwölf Stunden als fordernde Süd-Nord-Durchquerung mitten durch die Hohen Tauern, umgeben von mächtigen Dreitausendern und Gletschern.

    Urtümliche Sulzbachtäler - Schneeschuh- oder Winterwanderung ins Untersulzbachtal mit Besuch des Schaubergwerks Hochfeld. Ausgangspunkt ist der GH Schütthof am Eingang des Untersulzbachtals. Mittelschwere Tour durch den Wald und sanfteres Gelände. 

    Die mittelschwere Schneeschuh- bzw. Winterwanderung „Im Winterreich der Wasserfälle“ beginnt beim Tourismusverband Krimml und führt sanft bergauf durch Wiesen und Wälder zu den imposanten Wasserfällen.

    Bei der auch für Kinder ab 10 Jahren geeigneten Schneeschuhwanderung „Wintererlebnis Hollersbachtal“ führt der Weg entlang des Stausees und durch verschneite Wälder ins Hollersbachtal bis zum Gasthof Sahnealm.

    Texte: Edith Danzer

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