Weihnachtsbräuche aus der Wildkogel-Arena

Wenn der Schneewind um die Häuser streicht und die Sonne früh hinter den weißen Berggipfeln verschwindet, es in den Stuben nach frisch gebackenem Kletzenbrot und Weihnachtskeksen duftet und ein wahres Lichtermeer die Dorfzentren von Neukirchen und Bramberg erleuchtet, ist Weihnachten nicht mehr weit.

Die „stade Zeit“ - die stille Zeit - wird sie hier auch genannt, die Adventzeit, und mit der Ruhe kehrt auch die vorweihnachtliche Tradition in viele Häuser ein. Die Einheimischen wissen um die gelebten Bräuche, und manche kennen auch noch fast vergessenen Rituale rund ums Weihnachtsfest. Im Alpengasthof Stockenbaum haben wir es uns mit der Wirtsfamilie Kaserer und dem Neukirchner Gemeindearchivar Franz Brunner beim warmen Kachelofen gemütlich gemacht und plaudern über alte Traditionen rund ums heilige Fest.

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    Der „Bachötåg“
    „Bachötåg“ nennt man im Pinzgau den 24. Dezember. Warum, ist nicht ganz geklärt. Die einen vermuten, dass die gut geheizte Stube am Weihnachtstag voller Gerüche vom Backen war, und sich daraus der Name ableitet. Die anderen meinen, dass für die Festtage früher ein Schwein (eine Bache) geschlachtet wurde. Wieder andere leiten den Namen von der Bewirtung der Perchten ab. „Unser alter Mesner erzählte, dass der Bachötåg auf die um Weihnachten immer schon milderen Temperaturen zurückzuführen sei. Der Regen brachte den zuvor gefallenen Schnee zum Schmelzen und die Bäche schwollen an. So manch ein Bach ging am Festtag über, und so kam es anscheinend zu dem Ausdruck“, erklärt Franz Brunner eine Version der Namensherkunft.

    Weihnachtsbräuche am Alpengasthof Stockenbaum
    Auch wenn an Weihnachten im Alpengasthof Stockenbaum Hochbetrieb herrscht, halten die Seniorchefs Johann und Rita mit ihren Kindern Hannes, Stefan und Silvia gern an alten Bräuchen fest. Hannes Kaserer erzählt: „Ich bin Jäger und gemeinsam mit meinen Jagdkollegen geht es am Weihnachtsmorgen ins Revier. An der Rehfütterung sorgen wir dafür, dass das Wild an diesem Tag besonders gut versorgt ist. Danach setzen wir uns in der Jagdhütte gemütlich zusammen und lassen das vergangene Jagdjahr Revue passieren. Zurück in der Küche bereite ich alles für das traditionelle Bachökoch-Essen vor - denn bei uns steht dieses Gericht an Weihnachten auch auf der Karte. Viele Einheimische und Gäste kehren am 24. Dezember für das Bachökoch bei uns ein. “

    „Rachn geh“ und die „Bachöschneid“
    Hannes Kaserers Zwillingsschwester Silvia fügt hinzu: „Auch das ,Rachn geh’, das Räuchern in den drei Raunächten - Weihnachten, Silvester und der Nacht vor Heiligen Drei König - führen wir immer gemeinsam im Familienkreis durch. In unser altes Kohlebügeleisen kommen Ofenglut, Weihrauch und Weihwasser mit einem Tannenzweig zum ,Sprengen’, dann gehen wir durchs ganze Haus und hinaus in den Stall. Als kleines Kind war ich im Stall immer ganz aufmerksam, denn es hieß, dass man an Weihnachten die Tiere sprechen hören könne. Auf einigen Bauernhöfen steht wie bei uns heute noch in der Machkammer des Stalls - der Werkstatt - ein Schleifstein. Bei uns ist es bis heute Tradition, am Weihnachtstag alle Messer im Haus zu schärfen. Diese ,Bachöschneid’, so sagt man, hält dann ein ganzes Jahr lang. Böse Zungen behaupten, dass das Schleifen der Messer an Weihnachten nötig war, wenn der Bäuerin das Kletzenbrot beim Backen einmal etwas härter geraten war.“

      „Bachökoch“
      Eigentlich galt dieses Gericht als eine Arme-Leute-Speise, denn lediglich Mehl, Butter, Milch und Honig sind die Zutaten des Bachökochs. „Das Koch wurde auch unterm Jahr verzehrt, doch dann sparte man meist die zerlassene Butter und den Honig ein. In der Wildkogel-Arena wurde der Brauch in vielen Haushalten über die Jahrzehnte beibehalten. Archivar Franz Brunner weiß noch mehr über diese Pinzgauer Tradition zu berichten: „Früher schloss man, sobald das ,Bachökoch’ auf dem Tisch stand, die Haustüre ab. Denn ein ungeladener Besucher würde, laut Überlieferung, Unglück über das Haus und die Bewohner bringen. Es wurde früher auch nie die ganze Pfanne leergelöffelt, denn den Rest trug die Bäuerin hinaus in den Garten und verteilte ihn an den Obstbäumen. Das ,Bachökoch’ sollte dadurch für eine gute Ernte im kommenden Jahr sorgen.“ 

      Zutaten fĂĽr 2 Personen:

      • ½ l Bauernmilch
      • 1 Prise Salz
      • 1 Löffel Bauernbutter
      • 3 Löffel Mehl
      • Etwas Butter & Bienenhonig für den Guss

      Zubereitung:
      Für alle, die das traditionelle „Bachökoch“ einmal selbst am heimischen Herd zubereiten möchten, verrät Hannes Kaserer, der im Stockenbaum die Kochlöffel schwingt, sein Rezept. „Die Zubereitung ist eigentlich einfach. Da dieses Gericht aber nur nach Gefühl gekocht wird - so, wie wir es es von unseren Großeltern überliefert bekommen haben – und es auch keine genauen Mengenangaben gibt, ist jedes ,Bachökoch’ eine kleine Überraschung.

      Für zwei Personen nehme ich etwa einen halben Liter Bauernmilch. Die reichhaltige Bauernmilch sorgt für den besonders guten Geschmack. Die Bauernbutter wird in einer gusseisernen Pfanne geschmolzen und die kalte Milch mit einer Prise Salz dazu gegeben. Drei gehäufte Löffel glattes Mehl werden in die kalte Milch eingerührt und das Ganze anschließend bei mäßiger Hitze unter ständigem Rühren, damit es nicht klumpt, zum Kochen gebracht. Sobald das Koch Blasen wirft, mit dem Rühren aufhören und die Hitze ganz zurückdrehen. Mit einem Deckel auf der Pfanne das ,Bachökoch’ nun ruhen lassen, bis sich am Pfannenboden eine goldbraune
      Kruste – die ,Prinz’ - bildet. In einer zweiten Pfanne erwärmt man Butter, bis eine schöne braune Farbe angenommen hat und der Geschmack nussig ist. Die Butter wird über das ,Bachökoch’ geleert und zum
      Süßen wird reichlich Bienenhonig darüber gegeben. Serviert wird das ,Bachökoch’ in der Pfanne mit Löffeln und einem Glas kalter Milch.“

      Kontakt

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      Sollten Sie Fragen rund um die Wildkogel-Arena haben, zögern Sie bitte nicht, mit uns in Kontakt zu treten. Ihr Wildkogel-Arena-Team in Neukirchen und Bramberg kümmert sich gerne um Ihre Anliegen und sorgt dafür, dass Sie in Ihrem Winter- oder Sommerurlaub in der Wildkogel-Arena bestens informiert sind und keinerlei Fragen offen bleiben.

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